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Hochzeitsfotograf sein – Traumberuf und Berufung

Gleich zwei Awards in der Kategorie MAGISCHE MOMENTE beim Braut Foto Award verliehen zu bekommen war ja schon etwas ganz Besonderes. Und dann? DER GESAMTSIEG aller Stimmen!!! Über 60% aller abgegebenen Stimmen kamen auf mein Bild von Sarah und ihrem Opa. Ich konnte es garnicht glauben, war einfach nur total dankbar und sprachlos und bin es auch jetzt noch. Der wunderbare Kurzfilm von Farina Kirmse am Ende dieses Beitrages hat die schönsten Szenen dieses Tages auf den Punkt gebracht – ich freue mich wenn ihr reinschaut! So ein schöner Moment! Und so eine Ehre! Denn gerade solche Bilder sind es, für die ich als Hochzeitsfotografin lebe.

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Seit über 7 Jahren darf ich Brautpaare nun begleiten und habe so einige Trends in der Hochzeitsbranche kommen und gehen sehen. Doch eines ist und bleibt für mich immer die Quintessenz von Hochzeitsfotografie: das Gefühl. Die Liebe. Die Verbindungen von Menschen als Künstler sichtbar zu machen. Darin sehe ich den wahren und unbezahlbaren Wert unserer Arbeit als Hochzeitsfotografen. Denn am Ende des Tages zählt nur, was wirklich bleibt: die Erinnerung an die Liebe in unserem Leben. Und dieser Tag bietet sich einfach wie kein anderer Tag dafür an, diese Erinnerungen einmal im Leben zu schaffen und sie für immer zu bewahren. Was ist uns das Wert? Mir persönlich eine Menge. Und ich war selbst eine Braut und weiß, was das bedeutet. Wenn ich heute darüber nachdenke, dass ich Fotografie erst vollkommen zu schätzen lernte, als ich sie zum ersten Mal brauchte, um mich an ein bestimmtes Gefühl zurückzuerinnern, dann merke ich, wie gewaltig die Bedeutung unserer Arbeit eigentlich ist. Wir tragen Verantwortung! Denn das einzige, was von diesem Tag bleibt sind Erinnerungen und die Liebe. Unsere Arbeit ist nicht nur für diesen Tag und das erste Jahr als Frischverheiratete von großer Bedeutung. Sie ist es bestenfalls für ein ganzes Leben. Die Arbeit eines Hochzeitsfotografen kann Menschen über Generationen hinweg an die Liebe in ihrem Leben erinnern. Denn an welchem anderen Tag kommen so viele Persönlichkeiten im Namen der Liebe zu einem so mit Freude aufgeladenen Kollektiv zusammen? Wenn sich dutzende Menschen an einem Ort versammeln, weil sie die Liebe feiern, dann ist das etwas Großartiges. Etwas Starkes. Etwas, das die unsichtbaren Bänder zwischen Freunden und Familienmitgliedern unglaublich stärken kann. Ganz gleich, wie Menschen heiraten, ob sie Pastellfarben lieben oder Bohokränze mögen, ob sie im Wald oder am Strand Ja zueinander sagen: das alles verblasst im Angesicht der wahren Bedeutung einer Hochzeit. Die wahre Bedeutung des Versprechens, füreinander da zu sein. In guten und in schlechten Tagen. Das Versprechen, den anderen zu tragen, zu ehren und zu ermutigen auf all seinen Wegen. Ihn nicht nur in schönen Kleidern zu lieben sondern auch dann, wenn er sich verändert. Füreinander zu kämpfen, einander Freude und Hoffnung zu schenken und nichts zuzulassen, was daran etwas ändern könnte. Ein wundervolles Versprechen in einer schnellebigen Welt. Dafür liebe ich meinen Beruf. Für mich persönlich ist es natürlich auch extrem schön, wenn das Fest des Brautpaares hübsch dekoriert ist und ich viele kreative Details fotografieren darf – da hüpft auch mein Herz vor Freude. Schöne Dinge sind schön, keine Frage. Doch am wichtigsten ist für mich mit Abstand die Bedeutung dieses Tages in Bildern komprimieren zu können. Das Flüchtige zu Ewigkeit werden zu lassen. Liebe sichtbar zu machen. Den kurzen Moment, in dem ein Opa vor Rührung die Fassung verliert oder eine Mama unter Tränen die Hand ihrer Tochter ergreift und sie für zwei kleine Sekunden ganz fest hält. Wenn die Geschwister der Braut den Bräutigam beim Tanzen auf ihre Schultern setzen und ihm alleine mit ihrer Freude sagen, dass sie ihn lieben, wie ihre eigene Schwester. Wenn der Bräutigam die Braut kurz liebevoll ansieht, ohne dass sie selbst es merkt oder wenn die Freunde sich am Glück der zweien hinter ihnen unendlich freuen und damit zeigen, dass sie immer für die beiden da sein werden. Wenn ein Vater seinen frischgebackenen Schwiegersohn fest umarmt und ihm das Vertrauen schenkt, auf sein kleines Mädchen aufzupassen. Wenn die Oma des Bräutigams kaum noch laufen kann aber diesen Tagen niemals verpassen würde und plötzlich mit wackelnden Knien vor ihrem Enkel steht und die Arme ausbreitet. So wie damals. Als er noch ein kleiner Junge war. Sie erinnert sich an diese Liebe und sie ist dankbar, sie erlebt zu haben. Das alles ist für mich so wertvoll und es ist der Grund, wieso ich als Fotografin gebucht werden möchte. Vor allem aber ist es wertvoll für die Menschen, die wir begleiten. Das ist ein Stück Familiengeschichte. Ich möchte nicht nur für schöne Fotos gebucht werden – auch. Ja. Mein Anspruch ist es immer schöne Bilder zu machen. Ich mag Ästhetik und ich liebe gutes Licht. Ich finde es sehr wichtig, dass man seine Bilder auch unter anderem gerne ansieht, weil man sie einfach unendlich schön findet. Aber noch mehr liebe ich Menschen. Ich liebe Menschen, die sich fallen lassen und mir ihre Geschichte erzählen. Die ihre Tränen nicht verbergen. Menschen, die vor meiner Kamera und mir vollkommen echt sein möchten. Dann entsteht etwas unheimlich Wertvolles. Etwas, dessen Wert man nur sehr persönlich beziffern kann. Dann entsteht ein Manifest der Liebe, das zwei Menschen und ihre Familie ein Leben lang begleiten kann. Dafür lebe ich als Mensch und als Fotografin. Für die Liebe. Für die Liebe zwischen Menschen.

Und ich hab so viel Liebe und Dankbarkeit in mir für all die wundervollen Menschen, die ich bei der Preisverleihung treffen durfte. So viel Liebe für euch hier, weil ihr mich immer unterstützt, meine Bilder anschaut und meine Texte lest! So viel Liebe für meine Brautpaare und so viel Liebe für die Fotografie in mir. Ich könnt im Dreieck tanzen und das mach ich jetzt auch.

XOXO,

Deine Hannah

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