Lebendige Fotografie »

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Wo wären wir nur ohne die Liebe? Nein, ich meine nicht nur die Liebe zwischen zwei Menschen, das Verliebtsein. Auch, aber nicht nur. Ich meine die Liebe, das Göttliche, die Seele unserer Welt. Ich meine die Güte, das Mitgefühl und die Bereitschaft sich selbst und andere zu lieben auch wenn es weh tut. Vor allem dann. Darüber möchte ich heute schreiben, weil mir grade danach ist. Sich in Liebe zu begegnen bedeutet Achtsamkeit zu leben. Es bedeutet mit offenen Armen dazustehen wenn der Rest der Welt sich umdreht. Die eigene Tür zu öffnen, wenn jemand an sie klopft. Es bedeutet andere Menschen und unsere Umwelt ohne Bedingungen zu lieben. Was sind Bedingungen? Ich liebe dich, bis… oder ich liebe dich, wenn … Wir Menschen stecken unsere Liebe in Grenzen. Wir knüpfen sie an Bedingungen. Manchmal geht unsere Liebe auch kaputt. Manchmal wird aus Liebe Hass. Denn die Liebe, die wir aufbringen können ist nun mal begrenzt. Sie ist nichts im Vergleich zur göttlichen Liebe. Gottes Liebe ist so groß, dass alles was wir Menschen fähig sind zu geben unwahrscheinlich unperfekt erscheint. Und bis wir diese allumfassende Liebe im Herzen spüren, bis wir von ihr berührt werden, leben wir in dem Glauben bereits genug zu lieben. Doch das stimmt nicht. Wir können viel tiefer lieben. Wir können öfter vergeben. Wir können immer noch ein bisschen achtsamer leben. Und dabei geht es nicht um Materielles. Es geht nicht um Geld oder teure Dinge. Es geht um die reine Liebe. Wenn wir viel haben sollten wir ohnehin auch viel abgeben. Du musst nicht arm sein um ein spiritueller Mensch zu sein aber du kannst deinen Reichtum für das Gute einsetzen. Am Ende geht es um die Menschlichkeit, die wir aufbringen. Jeden Tag. Es geht um Jesus. Für mich zumindest. Ich möchte mich nicht einfach nur als Christ bezeichnen, nein. Das reicht hinten und vorne nicht aus. Ich möchte das woran ich glaube wirklich leben. Wenn ich Religion in mein Leben integriere, dann muss sie wirklich einen guten Unterschied machen. Ganz egal, ob ich Hindu, Moslem, Jude, Buddhist oder Christ bin. Selbst wenn ich an garnichts glaube, so kann die Liebe eine Religion für mich sein. Glaube soll kein Gefängnis sein sondern mein Leben segnen. Er soll mir die Kraft schenken das zu entfalten, was Gott in mein Herz gelegt hat. Er soll mir helfen mehr und mehr der Mensch zu sein, den Gott gemeint hat als er mich auf diese Erde geschickt hat. Und ich möchte jeden Menschen, den ich treffe, dazu ermutigen. Ich möchte an diese Liebe erinnern. Worte, Phrasen oder ganze heilige Bücher helfen uns nicht weiter, wenn wir das Konzept der Liebe nicht verstehen. Wenn wir nicht verstehen, dass wir lieben, geben, achten und vergeben müssen um die Liebe Gottes tief in uns zu spüren. Solange wir das nicht aktiv tun ist all der Glaube leer und nur eine Hülle ohne Inhalt. Die Liebe in uns hat viel mit Begegnungen zu tun. Sie äußert sich in den schwierigen Momenten. Dann, wenn es einfacher wäre jemanden zu hassen anstatt ihm zu vergeben und ihn zu lieben. Dann stellt sich heraus, wie viel Liebe unser Herz wirklich trägt. Für mich ist das der wahre Inhalt eines spirituellen Lebens. Die Liebe zu suchen. Sich an das Richtige zu erinnern. Alles was wir tun in Liebe zu tun. In Achtsamkeit und Frieden. Zu erkennen, wann wir selbstsüchtig sind. Wann wir prahlen und wann wir uns weit von dem entfernen, worauf es wirklich ankommt. Wir Menschen sind fehlbar. Wir sind es jeden Tag. Jede Sekunde. Doch weißt du was? Genau deswegen haben wir Vergebung so bitter nötig. Jeder von uns. Weil es nicht gut ist, wenn unsere Fehlbarkeit uns davon abhält zu wachsen. Dass unsere Fehler so übermächtig werden, dass wir aus den Augen verlieren, wieso Gott jeden einzelnen von uns zu dem gemacht hat was er ist. Dass sie uns hemmen. Uns den Glauben an uns selbst rauben. Weil unsere Schwächen in Ordnung sind. Sie sind kein Makel. Sie sind ein Teil von uns. Und wir dürfen uns vergeben, wenn wir schwach sind. Bevor wir uns nicht selbst vergeben kann uns sowieso niemand anderes vergeben. Auch wir können anderen Menschen nicht vergeben wenn wir die Vergebung nicht auch uns selbst zugestehen. Ich weiß, das ist das Schwerste. Aber weißt du was? Du bist geliebt! Du bist so wahnsinnig geliebt, dass du nichts in dieser Welt finden kannst was diese Liebe auch nur ansatzweise immitieren kann. Du musst das unbedingt wissen, deswegen war mir grade danach es dir zu sagen. Du musst es annehmen. Und wenn du es angenommen hast lass dein Herz heil werden. Wirf die Zweifel ab. Sag dir jeden Tag, dass alles was du heute bist zu dir gehört. Dass alles was du gestern warst in Ordnung ist. Und dass alles was du morgen sein kannst ein neuer Anfang ist. Lass dein eigenes Herz eine Quelle der Liebe werden, wann immer du Entscheidungen triffst. Wann immer du einem anderen Menschen begegnest, erinnere dich an diese Quelle in dir. Gib ein Stück davon an diesen Menschen ab. Segne ihn. Wünsche ihm Frieden, selbst dann wenn es dir alles abverlangt. Darin können wir wachsen. Denn es bringt die Liebe so tief in unser Herz dass sie zu einem Lebenskonzept wird. Denn Wunder geschehen, wenn Liebe dein Herz eröbert. 

Fühl dich gedrückt,

Deine Hannah

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  • Lena

    Liebe Hannah,
    dein Text ist unglaublich berührend und so wahr! Ich bin mir sicher, dass deine Liebe und Freude, die du von Gott bekommst, ganz viele Menschen an dir sehen und sie Gott in dir erkennen können. Ich möchte dir einfach nur sagen, dass Gott dich unendlich lieb hat und, dass er dich segnet.
    Fühl dich auch gedrückt! 🙂
    Herzliche Grüße, LenaReplyCancel

    • admin

      Liebe Lena, ohh ich danke dir für deine so lieben Worte. Das berührt mich sehr <3 Fühl dich ganz lieb gedrückt!!!! :-*ReplyCancel

  • Daniela

    Liebe Hannah
    Deine Texte sind wunderschön berührend….. Das habe ich auch auf deinem Insta Profil gedacht wo ich dich zufällig entdeckt habe. Vielen Dank dafür!!!
    Gruss DanielaReplyCancel

    • admin

      oh danke liebste Daniela,
      das freut mich sehr :-)))ReplyCancel

  • Sehr berührend!ReplyCancel

Papa, du Poet.

Ich liebe dieses Bild von dir weil es so viel von deinem Wesen vereint. Die Tiefe deiner Seele. Die Feinfühligkeit im Wesen. Die Kunst zum Ausdruck der inneren Welt. Ein besonderes Lebensgefühl. Wir haben die Dinge immer irgendwie auf dieselbe Weise wahrgenommen. Immer ein bisschen mehr zu fühlen als der Kopf verstehen kann. So warst du und darin hab ich mich immer wiedergefunden. Bis heute bin ich froh darüber. Weil das in Ordnung ist. Wir müssen nicht alles verstehen, wir müssen nur manchmal tief im Herzen wissen dass es richtig ist. Herz über Kopf. Du hast mir stets gezeigt, dass das Leben nicht nur schwarz oder weiß ist. Dass alle Farben zum Leben gehören und dass sie untrennbar verbunden sind mit unserem Selbst. Dass das große Ganze am Ende alles vereint. Das werden wir verstehen, wenn es soweit ist. Ich liebe deine Art hinter die Fassade zu sehen. Den Vorhang zur Seite zu schieben und das ganze Bild sehen zu wollen. Ja Papa, so sind sensible Menschen eben. Sie sind auf ihre Weise bärenstark. Gefühlsstark. Herzensstark. Unsere Welt braucht alle Charaktere damit sie nicht stehen bleibt. Vor allem aber braucht sie die, die Liebe pflanzen und wachsen lassen. Die mit den Augen direkt ins Herz sehen können und erkennen, wo Liebe gebraucht wird. Ich wünsche dir einen schönen Vatertag da oben. Ich hoffe, dass du mit deiner Gitarre auf einer Wolke sitzt und deine großen Idole getroffen hast. Dass der Himmel mindestens so schön ist wie Irlands Landschaften. Weil du Irland geliebt hast und da auch irgendwie immer hingepasst hast. Dass es dort wo du jetzt bist guten Wein und Zigaretten ohne Filter gibt. Ich wünsch dir einfach dass du alles hast was deine Seele braucht. Keine Angst, wirklich tot sind nur die Vergessenen. Du bist nicht tot. Ganz und garnicht. Du bist hier bei uns. Unvergessen. Und wenn die Sonne heute vom Himmel scheint dann weiß ich, dass ein Stück deines Lachens darin steckt und die Erde berührt. Uns mit dir verbindet. Papa, du Poet. Ich danke dir für deine Seelenfreundschaft. Ich danke dir für alles was du noch immer für mich bist.

In Liebe, Dein “Lingusterschwärmer” Hannah

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Ich möchte euch unbedingt eine Geschichte zu diesem Bild erzählen, die mich wirklich berührt hat. Es ist keine Geschichte der Trauer sondern der Freude. Einer solchen Freude, dass sie einen Mensch zum Weinen brachte. Am Sonntag veranstalteten wir ein Tanzcafè für Senioren, weil es den Pflegedienst meiner Mama nun schon 20 Jahre gibt und wir den Senioren einfach etwas Gutes tun wollten. Es sind so viele liebe Menschen da gewesen, viele von ihnen mit schweren Gebrechen, mit ihrem Rollator oder im Rollstuhl. Manche recht wackelig auf den Beinen. Und trotzdem sind sie gekommen. Viele von ihnen tanzten sogar. Für diesen Nachmittag sollten sie das Päckchen vergessen das sie zu tragen haben. Um einfach mal wieder unbeschwert zu sein.

Einer von ihnen hat mich auf besondere Weise berührt. Als er in seinem Rollstuhl in den Raum fuhr fing er bitterlich an zu weinen. Er weinte, weil ihn die Freude über diesen Moment überkam. Er weinte nicht weil er traurig war, nein, er war glücklich. Überglücklich. So etwas Schönes habe er schon so lange nicht mehr erleben dürfen, sagte er mir. Mich überkam eine Gänsehaut und sofort schossen auch mir die Tränen in die Augen, als er meine Hand hielt und ich in seinen glasigen Augen das pure Glück erkennen konnte. Schon viele Jahre habe er das Haus nicht mehr verlassen um etwas Schönes mit anderen Menschen zu unternehmen. Dass er etwas so Schönes wie dieses Fest miterleben durfte war für ihn etwas ganz Besonderes. Seine Tränen konnte er auch im Laufe des Nachmittags nicht mehr aufhalten. Zu stark war das Gefühl der Überwältigung über diesen Moment der Freude. Einfach tanzen, als bräuchte man diesen Rollstuhl überhaupt nicht. Immer wenn jemand ihn an die Hand nahm und sich auf der Tanzfläche mit ihm im Kreis drehte, überkamen die Tränen des Glücks und der Rührung ihn. Wenn dir das Leben  nach so langer Zeit mal wieder eine Tür öffnet, dann fühlt sich das manchmal so unglaublich an, dass du nichts tun kannst als das Glück in dir aufzusaugen. Die Augen zu schließen und im Moment zu verweilen. Und wenn es nur eine Sekunde ist, in der du vergisst, was dich quält. Sie wird zu einem der kostbarsten Augenblicke für dein Herz. Dass etwas, das für uns so gewöhnlich scheint für ihn so bedeutsam war, ließ mich eines erkennen: Die kleinsten Dinge die du tust können für einen anderen Menschen die Welt bedeuten. Wir brauchen kein Geld um für einen anderen Menschen da zu sein. Es gibt immer jemanden, der einfach froh ist, dass du da bist. Es ist nicht wichtig, was wir tun sondern wie wir uns dabei fühlen. Das Glück eines anderen kann zu unserem eigenen Glück werden. Und manchmal, ja manchmal brauchen wir alle einfach jemanden, der uns an die Hand nimmt und mit uns an einen hellen Ort fährt. Der mit uns tanzt als gäb’s kein Morgen mehr. Weil es jeder von uns Wert ist bemerkt zu werden. Weil niemand vergessen werden darf. Ja, weil das der Kern der Menschlichkeit ist: einander an die Hand zu nehmen, egal ob es in dir drin grade dunkel oder hell ist. Eine Geste des Mitgefühls kann das Leben eines anderen Menschen für einen Moment verwandeln.

Und dafür sind wir da: Um zu lieben und geliebt werden.

xoxo,

Eure Hannah

 

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