Lebendige Fotografie »

Hi ihr Lieben,

das  heutige How To widme ich dem Thema Linsen. Ich möchte allgemein ein wenig über Linsen erzählen, damit vor allem die unter euch, die sich mit der Technik noch etwas schwer tun wirklich verstehen, worum es bei der Lichtstärke geht und wieso sie wichtig ist für meine Arbeit. Zum anderen werde ich die Linsen vorstellen, die ich selbst besitze und mit denen ich täglich arbeite. Dabei möchte ich euch auch erklären, welche Linsen ich wofür besonders gerne benutze.

Linsen sind im Grunde genommen Gläser, die das Licht, welches in deine Kamera kommt, fokussieren. Dadurch entsteht ein scharfes Bild auf deinem Sensor. Welche Linsen die richtige Linse ist, richtet sich immer nach der jeweiligen Situation und dem Bild, das du machen möchtest. Dafür ist es essentiell wichtig, dass du verstehst, welche unterschiedlichen “Effekte” verschiedene Linsen erzeugen. Ist es dir schonmal passiert, dass du ein Bild im Kopf hattest und es fotografieren wolltest, es aber auf dem Display dann irgendwie so ganz und garnicht aussah wie in deinem Kopf? Das kann durchaus zum Beispiel an der Wahl der falschen Blende oder der falschen Verschlusszeit liegen. Die gesamten Unterschiede von Linsen behandle ich ausführlich in meinen Workshops, heute werde ich euch allerdings einen Einblick geben und auf ein paar Bereiche eingehen.

Linsen unterscheiden sich grundsätzlich durch ihre Brennweite und ihre Lichtstärke.

Die Lichtstärke eines Objektives beschreibt, wie viel Licht eine Linse in gegebener Verschlusszeit durch die Öffnung ihrer Blende aufnimmt. Eine lichtstarke Linse bei einer Blende von f1.8 lässt also mehr Licht bei bspw. 1/200 sec Verschlusszeit in die Linse als bei Blende f4. Je kleiner du die Blendenzahl wählst, desto weiter öffnest du die Blende. Die Lichtstärke deiner Linse findest du für gewöhnlich auf der Linse, sie wird mit 1: …  angegeben. Die Zahl hinter dem Doppelpunkt beschreibt die Offenblende (am weitesten geöffnete Blende) deiner Linse.

Die Lichtstärke deiner Linse lässt sich in Blendenstufen staffeln. Die gängigen Blendenstufen sehen wie folgt aus:

f/1   f/1.4   f/2   f/2.8   f/4   f/5.6   f/8   f/11   f/16   f/22   f/32   f/45   f/64 – diese Stufen sind “ganze” Blendenstufen. Alle Stufen dazwischen sind Zwischenstufen zwischen den ganzen Blendenstufen. Wenn du von f/1 auf f/1.4 abblendest, so halbiert sich das Licht. Blendest du weiter auf f/2 ab, so halbierst du das einfallende Licht wieder (1/2 x 1/2 = 1/4 des Lichts) und so weiter. Jede Stufe halbiert das einfallende Licht um die Hälfte.

Andersrum verhält es sich genauso! f/2.8 lässt doppelt so viel Licht einfallen wie f/4 (2x), f/1.4 lässt 8x so viel Licht einfallen wie f/4 (2 x 2 x 2 = 8). Für jede Blendenstufen halbierst oder verdoppelst du das Licht. Es ist wichtig, das du verstehen, wenn du Hochzeiten begleitest. Denn du musst dich schnell an viele Lichtsituationen anpassen und musst schnell einschätzen können, wie du deine Kamera verstellen musst.

Je offener die Blende (d.h. je kleiner die Blendenzahl), desto geringer ist die gegebene Schärfentiefe. Du solltest dich demnach entscheiden, wie groß der Schärfebereich in deinem Bild sein sollte und deine Blende dementsprechend auswählen. Auch die Brennweite beeinflusst die Schärfentiefe – der Brennweite werde ich mich aber in einem gesondertes How To widmen.

Meine Linsen

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Canon 17-40 mm L f4 – benutze ich eigentlich ausschließlich für Architektur, Landschaft und Feuerwerke

Canon 24mm L f1.4 – Liebe ich auf einem von zwei Bodies an mir für den Tanz des Brautpaar und um viel von der Location dabei miteinzufangen

Canon 35mm L f1.4 – Mein Lieblings-Reportageobjektiv. Das 35mm ist eigentlich immer auf einem meiner Bodies drauf (ich trage immer zwei Bodies direkt an mir). Am liebsten benutze ich es während dem Sektempfang, den Gratulationen und der Party. Auch für Portraits verwende ich es gezielt mit etwas Abstand. Ich mag die leichte Verzerrung im Bild, wenn sie gut eingesetzt ist und dass ich relativ nah ans Geschehen herangehen kann. Ich bin gerne mittendrin im Geschehen, dafür ist das 35mm super.

Canon 50mm L f1.2 – Meine Portraitlinse – ich schiesse nähere Portraits sehr gerne mit dieser Linse, da es mir die Möglichkeit gibt immernoch recht nah ran zu gehen und die Connection zu meinem Pärchen nicht zu verlieren.

Canon 85 mm L f1.2 – Meine Lieblingslinse für die Kirche und für Candid Shots später während der Feier. In der Kirche liebe ich ihre Lichtstärke und das tolle Bokeh und bei der Feier lassen sich tolle Shots mit available light damit aufnehmen. Ich liebe es besonders bei Blende f1.2 ! Eine wunderbare Freistellung <3 Es ist aber auch recht schwer und für Brautpaarbilder verwende ich es eher selten ausser für Close-Ups.

Canon 100mm L f2.8 – Meine Macro Linse – ich nutze sie auch nur dafür.

Canon 70-200mm L f2.8 USM II – Diese Linse ist bei mir eher seltener in Gebrauch. f2.8 ist für mich schon fast zu lichtschwach aber ich nutze sie sehr gerne, wenn ich in der Kirche nicht nah rankomme. Davon abgesehen ist es meine Lieblingslinse für die Familienbilder mit dem Brautpaar. Ich suche mir dann eine Stelle mit viel Platz , sodass ich die Linse auf mindestes 120mm Brennweite (lieber aber mehr) stellen kann und eine tolle Freistellung der Familie vom Hintergrund habe. Außerdem bleiben verzerrte Füße oder Köpfe durch die lange Brennweite aus.

 

Wie du siehst besitze ich fast nur Festbrennweiten. Ich liebe es einfach meine Füße zu benutzen. Mit Zoom-Linsen arbeite ich nicht gerne, was nicht heißt, dass sie nicht gut sind. Ich nutze aber sehr stark vorhandenes Licht und bin daher auf gute, schnelle (lichtstarke) Linsen angewiesen. Natürlich bleibt auch mir es nicht vergönnt, dass ich meine Füße mal nicht frei bewegen darf, deswegen besitze ich dafür auch ein hochwertiges Tele-Zoom. Für die meisten Fälle nutze ich aber meine Festbrennweiten bei relativ weit offener Blende (f1.2-f1.8 außer bei Gruppenfotos). Da ich immer zwei Bodies an mir trage und einen Shootsac, wechsle ich meine Linsen sehr fix und nutze immer die Linse, mit der ich mein Bild am besten realisieren kann.

 

Was ist deine Lieblingslinse?

Ich freue mich auf dein Kommentar auf Facebook,

Deine Hannah

 

 

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Hi ihr Lieben,

willkommen zu meinem vierten  HOW TO :-)! Heute geht es um etwas, das ich super gerne mache: Ringbilder. Ringbilder sind im weitesten Sinne einfach Macro-Aufnahmen und gehören, wie ich finde, zu einer Hochzeitsreportage dazu. Allerdings bin ich kein Fan von Ringbildern auf dem Brautstrauß. Ich finde den Eheringen eines Paares sollte man als Hochzeitsfotograf unbedingt ein schönes Bild widmen, da jedes Paar doch so viel Zeit und Mühe in die Auswahl der richtigen Ringe steckt und sie für jedes Paar eine große Bedeutung haben. Ich liebe es aber auch einfach deswegen, weil es irrsinnig viel Spaß macht, so ein Miniaturbild zu kreieren – finde ich. In diesem HOW TO möchte ich dir erklären, wie ich meine Ringbilder mache.

1. Ich benutze ein 100mm Macro Objektiv und stütze mich beim Fokussieren meist auf, damit ich trotz geringer Schärfentiefe gut fokussieren kann. Ich fokussiere automatisch und wähle den Fokuspunkt selektiv aus. Wichtig ist es, dass du vor dem Scharfstellen am besten nochmal tief einatmest und dann kurz die Luft anhälst, wenn du fokussierst und auslöst. Mir fällt es so leichter den Fokus perfekt zu setzen. Wenn er nämlich nur leicht falsch sitzt, sieht man es sofort. Die Schärfeebene ist sehr gering, viel geringer als wenn du beispielsweise eine 35mm Linse mit der selben Blende verwendest. Wenn du eher keine ruhige Hand hast kannst du auch ein Stativ verwenden.

Meistens verwende ich eine Blende von f4 für Einzelringe (wenn ich z.B. nur den Brilliant eines Verlobungsringes hervorheben mag) und eine Blende f5.6-f8, wenn ich die Eheringe als Paar fotografiere. Ich finde es sehr wichtig, für das kleine Ringkunstwerk auch Materialien einzubinden, die den Stil der Hochzeit widerspiegeln. Ich finde, das kann von einem bestimmten Stoff, einer Oberfläche, die Papeterie, einem Tequila Sunrise oder bestimmten Blumen eigentlich alles sein. Ich denke, dass man eine Umgebung schaffen muss, die dich erahnen lässt, wie der Stil der Hochzeit war aber auch nicht von den Ringen ablenkt.

 

Sehr oft kreiere ich einen Vordergrund und/oder einen Hintergrund für das Bild. Den Fokus setze ich dann auf den Mittelgrund, wo die Ringe liegen. Ich finde, dass Ringbilder sehr viel Spaß machen, weil man die Ringe eigentlich in so gut wie alles einbetten kann. Wichtig ist mir, dass die Ringe gut sichtbar sind und hervorgehoben sind. Deswegen drapiere ich alles andere entweder mehr in den Hintergund oder mehr in den Vordergrund als die Ringe, damit die Schärfeebene nur auf den Ringen liegt. Es ist so, dass die Ringe bei mir immer den Mittelgrund bilden, also zwischen Vorder- und Hintergrund liegen. Im Vorder- und Hintergrund baue ich gerne Materialien oder Dinge ein, die zur Hochzeit des Paares passen. Das sind  zum Beispiel unsere Eheringe 🙂 Da wir eine Gartenparty hatten und es viele frische Drinks gab, habe ich eine aufgeschnittene Zitrone als Hintergrund benutzt und einen der Macarons, um die Ringe zu drapieren.

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Akzente setzen mit Dauerlicht

Ich benutze für die Lichtsetzung bei Ringbildern in Innenräumen oder bei starker Rückensonne immer ein Videolicht mit einem normalen 12″ Reflektor-Lichtformer. Mein Videolicht steckt auf einer Kompaktblitzhalterung, die du ebenso, wie das Videolicht, auf Amazon bekommst (Die Produkte sind verlinkt). Du kannst aber an sich jeden Lichtformer verwenden, der zu deiner Fotografie passt. Ich denke aber gerade bei Schmuck ist es wichtig, die glänzenden Materialien zu betonen.

Wichtig ist dabei zu wissen, in welchem Winkel Licht welche Effekte erzielt. Ein hartes Licht von der Seite erzeugt Schatten und betont Strukturen. Wenn du also gerne eine Struktur im Bild betonen möchtest, solltest du das Licht niemals frontal einsetzen. Gegenlicht betont natürlich eher die Silhouette deines Objektes und kann auch sehr schöne Akzente setzen und vor allem auch durchsichtige Materialien betonen, wie Flüssigkeit oder durchsichtige Stoffe. Bei Ringbildern oder allgemein bei Schmuck beschränke ich mich meist auf Side-lighting (auch texture lighting genannt) und einen Aufheller auf der gegenüberliegenden Seite.

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Ich suche mir meist eine freie Fläche, auf der ich genügend Platz habe die Ringe zu drapieren und mein Videolicht  zu platzieren. Indem ich die Umgebung etwas unterbelichte und dann das Licht gezielt auf die Ringe setze erhöhe ich den Kontrast und die Ringe stechen schön hervor, während die Umgebung etwas dunkler ist. Dafür testest du einfach die Belichtung ohne Videolicht und wenn das Bild etwas dunkler ist, als du es normal belichten würdest, setzt du das Videolicht dazu. Das schöne an Ringbildern ist, du kannst sie auch Zuhause üben. Nimm dir zwei Ringe aus dem eignen Fundus und leg einfach mal los und probiere aus, wie sich die verschiedensten Materialien auf deinen Bildern machen. Ganz bewusst kannst du hierfür Materialen aus dem Haushalt verwenden, vielleicht probierst du mal, wie cool Ringe in einem Zuckerbett aussehen oder benutzt mal ein interessantes Bild aus einem Magazin als Hintergrund. Wie wären zwei Ringe in einem Martini Glas oder auf einer Spiegeloberfläche? Tobe dich einfach mal aus – viele Materialien wirken auf Macro-Aufnahmen ganz anders, als wir sie mit unserem Auge wahrnehmen und es ist sehr interessant, das auszuprobieren.

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Ich freue mich, wenn du jetzt selbst experimentierst. Vielleicht hast du Lust mal eines deiner Ringbilder auf meine Facebook-Pinnwand zu posten? Ich bin gespannt.

 

Fühl dich gedrückt,

deine Hannah.

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Der Countdown läuft! Noch 2 Tage, dann erscheint ein brandneues, wunderbares Magazin auf dem deutschen Hochzeitsmarkt. Hochzeitswahn, der bekannte deutsche Hochzeitsblog, der von der wunderbaren Patricia und ihrem Mann Alex betrieben wird gibt es nun auch als Printversion und ich muss sagen: ein echtes Sahnestück! Hochzeitswahn – Sei inspiriert: Neuartig, modern, individuell und sogar ökologisch ist das neue Mag und inspiriert Brautpaare und Dienstleister mit wunderbarem Inhalt. Natürlich wollten wir ein Teil von Patricias “Baby” sein, wie sie ihr tolles Projekt selbst liebevoll genannt hat. Als Patricia mich bat, doch eine Boudoir Bridal Shower für das Magazin zu shooten waren meine Freundin Julia von hochzeitsfrisur-makeup.com und ich direkt Feuer und Flamme. Wir fanden es war ein tolles Thema, etwas Außergewöhnliches und toll für die erste Ausgabe. Und so kontaktierten wir kurzerhand mit Avantgarde Weddings zusammen viele tolle Dienstleister, um dieses Shooting innerhalb von ein paar Wochen umzusetzen. Ich liebe die Bilder sehr und freue mich, euch die ganze Serie auch nach Freigabe zeigen zu dürfen. Besonders danke ich meiner Freundin Julia, die mit mir (wie es bei uns immer ist) stundenlang am Telefon hing und wir uns gegenseitig Ideen hin und her warfen, bis wir soweit waren, alle mit einem wirklich tollen Team umzusetzen. Du bist ein Engel, DANKE Liebes. Für die Organisation und das Catering waren die Wedding Planner Avantgarde Weddings aus Darmstadt zuständig, Julia entwarf aufwändigen Schmuck und stylte unsere Mädels, KMU Websitedesign entwarf die Papeterie, Karina vom Atelier Mailena fertigte maßgeschneiderte Outfits und die Dekorateure von Moments & Memories zauberten eine tolle Deko. Außerdem waren Mohini Goswami und Macarons de la Delice für die tollen süßen und gesunden Snacks zuständig. Die Trendfarbe 2015 Masala war Leitfarbe des Shoots und stand farblich im Fokus. Meine Mama, die liebe Nicole und die liebe Franzi haben fleißig assistiert, gefilmt und mir den Rücken am Shootingtag freigehalten. DANKE <3 ihr seid die Besten! Ich freue mich sehr, dass Patricia uns sogar unter ihren Favoriten im Magazin aufgelistet hat. Das ist wirklich toll :)!

Also ihr Lieben, am Donnerstag den 13.08.2015 fleissig zum Kiosk eures Vertrauens huschen und das neue Hochzeitswahn Magazin ergattern! Frei nach dem Motto: “Sei Inspiriert!” – lasst euch verzaubern von diesem tollen Mag. Unsere Serie findet ihr ab Seite 46 🙂

Liebste Grüße

Eure Hannah

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  • Liebe Hannah, vielen Dank für Deine unglaublich lieben Worte zum Magazin. Das bedeutet uns sehr sehr viel, genauso wie die tolle Zusammenarbeit die wir dafür hatten und wir hoffen, es folgen noch mehr solche schönen Erlebnisse. Dicke Umarmung <3ReplyCancel

Einen wunderschönen guten Abend meine Lieben! Herzlich Willkommen zu How To #3 🙂

Heute geht es um ein Thema, das geliebt und gehasst ist: Blitzen auf Hochzeiten. Ich muss sagen, da ich ja hauptsächlich mit natürlichem Licht arbeite, gehöre ich nicht zu den Blitz-Freaks, die technisch alle Möglichkeiten des Blitzens nutzen aber ich denke, dass wir als Hochzeitsfotografen eben jede Lichtsituation beherrschen sollten. Und da ist Blitz unerlässlich. Nicht nur weil man mit Blitzen tolle Lichtakzente setzen kann, sondern weil Blitzen auch eigentlich garnicht so schwer ist. Ich zumindest mache es mir nicht schwer. Letztendlich sollte ja auch das Blitzlicht zu unserem Stil passen und wir sollten es so einsetzen, wie es uns gefällt. Ich mag Dramatik und setze deswegen gerne Blitze als Gegenlicht ein aber auch gerne mal geformt mit einem Beauty Dish. Wie ich mit Blitzen arbeite, will ich euch heute erzählen.

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In folgenden Situationen verwende ich Blitze auf Hochzeiten:

1. der Tanz des Brautpaares

2. das Anschneiden der Torte

3. die Party

5. das Paarshooting

Bei mir gibt es meist eine Mischung aus vorhandenem Licht, wenn nötig Videolicht und entfesselten Blitzen. Da ich ein großer Fan von Gegenlicht bin, immitiere ich dieses Licht auch mit meinen Blitzen. Ich finde, es gibt trotzdem eine weiche aber dennoch dramatische Stimmung und, naja, was soll ich sagen… Gegenlicht ist einfach schön, finde ich.

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Zuerst einmal möchte ich euch erzählen, mit welchem System ich arbeite. Mein Standard-Repertoir auf Hochzeiten sind 2 Canon Speedlites auf jeweils einem PocketWizard Transceiver und auf leichten Stativen. Dazu einen Sender auf meiner Camera und einen Zone Controller. Den Zone Controller finde ich sehr sehr nützlich. Er gibt dir die Möglichkeit, deine Blitze zu steuern, ohne sie anfassen zu müssen. Wenn du zum Beispiel siehst, dass ein Blitz zu stark oder zu niedrig eingestellt ist, dann kannst du ihn ganz einfach über den Zone Controller auf deiner Kamera hoch- oder runterregeln oder sogar ganz ausschalten. Das Pocketwizard System gibt es bei Amazon und ich war bisher immer sehr zufrieden damit. Die Reichweite ist wirklich sehr gut und das ganze Set sehr robust. Allerdings gibt es auch vergleichbare, günstigere Sets von Yongnuo oder Phottix. Grundsätzlich soll es hier nicht um den Hersteller gehen, sondern um meine Arbeitsweise mit den Blitzen. Das hier ist übrigens meine liebe Fotografenkollegin Simone :)….

 

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Meistens positioniere ich einen Blitz rechts und einen links von mir. Das heisst wenn ich vor der Tanzfläche stehe: Jeweils einen in die rechte und einen in die linke Ecke. Ich entscheide das meistens danach, welche Seite ich gerne als Hintergrund nutzen möchte (also in welche Richtung ich fotografiere). Die Blitze steuere ich über meinen Zone Controller. Manchmal löse ich beide aus, wenn beide im Hintergrund sind und wenn ich von der Seite fotografiere schalte ich den Blitz, der vor dem Paar steht aus und benutze nur den im Hintergrund. Dann teste ich zunächst ohne Blitz meine Umgebung und stelle meine Kamera mit entsprechener Verschluszeit (meist 1/160 sek. bei mir) und notwendiger ISO ein. Meine Umgebung belichte ich etwas unter, damit der Blitz einen Kontrast bilden kann. Meinen Blitz stelle ich Manuell auf die Stärke, die mir ausreichend erscheint. Meist steht er aber auf 1/32 der Gesamtleistung. Zum Aufhellen von vorne benutze ich meist kleine Bühnenstrahler, die dimmbar sind und ganz dezent eingesetzt werden. Wenn die Gäste tanzen, mische ich mich immer mit auf die Tanzfläche. Meistens tanze ich auch etwas mit, da fühlen sich auch alle um einen herum etwas wohler 😀 Es wirkt Wunder! Glaubt mir.

 

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Manchmal verwende ich auch gerichtetes Licht anstatt Gegenlicht. Dafür packe ich meinen Blitz in eine Kompaktblitzhalterung und montiere vorne einen kleinen Beauty-Dish. Ich liebe das Licht einfach, das ein Beauty-Dish abgibt. Meine Assistentin positioniere ich dann meist im Winkel von 45-90 ° von mir aus und löse den Blitz über meinen Sender auf der Kamera aus. Sie bewegt sich mit mir mit und richtet das Licht auf die Stelle, auf die ich fotografiere. So haben wir es auch bei diesem Bild gemacht, weil das Kleid so schön mitschwang, als Sanaz tanzte, ebenso haben sich die Kleider der Frauen auf der Henna-Nacht von Sevtap sehr schön bewegt und was wollten wir gerne festhalten. Beim Blitzen selbst konzentriere ich mich und versuche sehr stark, auf den richtigen Moment zu warten. Meist bewege ich mich mit und wenn die Emotion sich zeigt, wenn das Kleid weht, wenn der Blick stimmt, dann drücke ich ab.Ich glaube, weniger ist mehr. Ich möchte kein Blitzlichtgewitter veranstalten und entscheide deswegen sehr genau, wann ich den Auslöser drücke.

 

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Beim Tanz des Brautpaares warte ich meist Szenen ab, in denen auch das Brautpaar kurz innehält. Figuren z.B. oder kleine Pausen in der Bewegung. Meist schaut dann auch das Brautpaar entspannt und nicht ganz so konzentriert und ich kann ein schönes Foto machen. Bei diesem Foto von Oli und Kristina z.B. hatte ich zwei Blitze aufgestellt. Den, den ihr auf dem Bild sehen könnt und einen in meinem Rücken. Der in meinen Rücken war aber deaktiviert, solange ich auf dieser Seite des Raumes stand. Sobald ich die Seite wechselte, schaltete ich den Blitz auf dieser Seite aus und den entgegengesetzten Blitz an, damit ich wieder Gegenlicht habe. Denn direktes Blitzlicht ohne Lichtformer ist eher nicht das Mittel der Wahl. Ich teste immer erst die Belichtung für die Umgebung, nachdem ich meine Blende ausgewählt habe. Wenn Verschlusszeit und ISO stehen, stelle ich den Blitz ein. Hier VORSICHT: Du kannst mit entfesselten Blitzen nicht jede beliebige Verschlusszeit wählen. Dabei musst du auf die Blitz-Synchronisationszeit deiner Kamera achten (findest du im Handbuch). Ich verwende immer 1/160 – 1/200 sek. bei Blende ca  f2.0 und der nötigen ISO. Wenn du schneller belichtest, wirst du schwarze Balken im Bild finden, da dein Verschluss nicht lange genug offen ist, um das ganze Bild mit dem Blitz zu belichten. Aber hier wollen wir jetzt nicht ins Detail gehen, das sprengt den Rahmen. Wichtig ist es aber trotzdem zu wissen.

 

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Der letzte Punkt, bei dem ich Blitze verwende wäre das Paarshooting. Manchmal hat man solche stark bewölkten Tage, an denen kommt die Sonne nicht mal Abends raus. Oder der Zeitplan verschiebt sich so, dass ihr die Abendsonne knapp verpasst. Dann arbeite ich nach dem selben Prinzip draussen beim Paarshooting mit einem entfesselten Blitz. Hierfür belichte ich zunächst die Umgebung und schalte meinen Blitz dann dazu. Ich verwende alle meine Blitze immer manuell, wenn ich sie als Gegenlicht verwende. Den Blitz setze ich dann einfach an die Stelle, wo ich die Sonne gerne hätte.

 

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So, jetzt wünsche ich dir ganz viel Spaß beim Blitzen und Fotografieren. Übrigens steht der Inhalt für den ersten Workshop! Schau doch mal rein. Du findest hier alle Details.

Ich freue mich auf euch,

Eure Hannah

 

 

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Beim Getting Ready der Braut geht es meiner Meinung nach um drei wichtige Dinge:

  • Detail & Macroaufnahmen
  • Bilder der Braut beim Zurechtmachen
  • Bilder der Braut beim Ankleiden & Brautportraits

Ich gebe meiner Braut immer im Vorfeld schon Infos, die das Getting Ready reibungsloser ablaufen lassen. Als Braut sollte man sich diese bes0ndere Zeit mit dem Fotografen gönnen, denn es können sehr schöne Bilder entstehen. Es ist gut, deiner Braut Tipps zur Bekleidung zu geben. Viele Bräute vergessen im ganzen Trubel, dass ein schöner Seidenmantel hübscher aussieht, als ein Trainingsanzug. Das ist völlig normal. Man hat als Braut ja auch andere Dinge zu tun. Planung ist aber das A & O, deswegen solltest du deiner Braut schon im Vorfeld dabei helfen, sich optimal vorbereiten zu können. Ideal wäre es auch, wenn die Details deiner Braut am besten bei deiner Ankunft an einem Platz bereit liegen. Denn dann kannst du dich erstmal in Ruhe darum kümmern und deine Braut muss nicht herumlaufen während sie ihr Make-up bekommt und ihre Details zusammensuchen. Super wäre es auch, wenn das Zimmer, in dem das Getting Ready stattfindet, aufgeräumt ist bevor du ankommst.

Die Details:

Details sind wichtig. Versuche beim Getting Ready ruhig auch die Details miteinander zu kombinieren. So z.B. die Schuhe als Untergrund auf den Schleier zu legen, die Ohrringe im Vordergrund und die Schuhe im Hintergrund zu
drapieren. Du darfst auch gerne kreativ sein und Vorder-, Mittel- und Hintergrund schaffen, um deinem Bild mehr Tiefe zu geben. Dies können z.B. die Schuhe, das Kleid oder die Braut im Hintergrund und der
Schmuck im Vordergrund sein, jede Konstellation ist denkbar. Sei einfach kreativ und probiere aus, was dir gefällt. Es ist immer gut, dabei den Regeln des Bildaufbaus zu folgen, damit du kein undefinierbares Durcheinander erhälst. Ein Paar einfache Richtlinien sind zum Beispiel der Goldene Schnitt, Führungslinien oder andere Regeln zur Bildaufteilung. Zu diesen Richtlinien der Bildkomposition kannst du mehr in einem zukünftigen How To lesen.  Um das Kleid aufzuhängen suche ich mir meist eine symmetrische Kulisse, die das Kleid einrahmt.

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Make it sparkle! – Setze die Details in Szene

Um glitzernde Oberflächen bei den Details herorzuheben benutze ich oft ein kleines Videolicht. Wichtig ist hierbei, wie du es einsetzt. Meine praktische Arbeit mit dem Videolicht und welches Licht welche Effekte erzielt, thematisiere ich auch auf meinem Workshop im Oktober. Den genauen Termin werde ich innerhalb der nächsten Woche hier auf meiner Homepage bekanntgeben :-).

Nimm dir für die Details am besten direkt am Anfang Zeit, während die Braut noch ihr Makeup bekommt. Dann kannst du rüberwechseln zur Braut und dem Kleid.

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Für diese Kette zum Beispiel habe ich den Hintergrund mit einer Lichterkette (Netz) ausgekleidet. Ich mag die Lichtreflexe sehr gerne. Es ist wirklich sehr einfach – es gibt so vieles, was du dafür benutzen kannst. Überlege einfach, was dir als Hintergrund gefallen würde. Jetzt kommt ein lustiger Trick, vorsicht, nicht lachen :D…Wenn ich mir nicht sicher bin ob mir ein Hintergrund gefallen würde, dann sehe ich ihn an und schiele ganz leicht, sodass er unscharf wird vor meinem Auge, damit ich ihn mir im Unschärfebereich vorstellen kann. So scanne ich meine Umgebung und sehe immer ziemlich schnell, was mir als Hintergund dient 😀 Die Technik ist sicher ziemlich unkonventionell aber bei mir klappt’s ganz wunderbar, haha..

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Das Ankleiden der Braut und ihr Make-Up

Wenn die Braut ihr Make-up hat, mache ich noch ein paar Fotos vom Make-up Artist in den letzten Zügen. Ebenso, falls die Frisur nach dem Make-up entsteht. Ich achte dabei aber immer darauf, dass meine Braut sich wohl fühlt. Ich selbst zum Beispiel würde mir auf Fotos eher weniger gefallen, wenn ich gerade auftoupierte Haare habe und außer Foundation nichts im Gesicht. Ich warte deswegen ab, bis die Braut soweit ist, dass zumindest der Großteil des Makeups aufgetragen ist. Im Zweifelsfalls kannst du deine Braut aber immer fragen, was ihr lieber ist. Hierfür bitte ich den Makeup-Artist am Fenster die letzten Züge des Make-ups vorzunehmen, die Haut der Braut strahlt dadurch einfach sehr schön und wirkt klar und eben. Unsere Braut Esther sitzt hier beispielsweise direkt vor einem großen Fenster, das Fenster siehst du links ebenfalls.

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Nun kommt das Ankleiden der Braut. Hierfür solltest du dir bestenfalls den größten Raum aussuchen, der am meisten Licht enthält. Ich lasse meine Braut zuerst in ihr Kleid steigen und gebe dann gezielte Anweisungen für meine Shots. Schön ist es, wenn die Brautmutter oder die Mädels der Braut auch schon ihre schönen Outfits dabei tragen, dann sieht alles noch etwas festlicher aus und alle fühlen sich wohl. Meist leite ich meine Braut an, ihr Gesicht zum Fenster zu drehen oder frontal zum Fenster zu stehen, wenn ich sie fotografiere. Meine Braut Nikoo (unten rechts) steht mit dem Gesicht zum Fenster gedreht, während ihre Trauzeugin das Kleid schliesst und ihr Make-up Artist Maria Johnson das Make-up fixiert.

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Währenddessen mache ich die ersten Shots der Braut von vorne. Ihr Kleid wird dabei gerade geschlossen. Ich achte darauf, verschiedene Ausschnitte zu fotografieren: Ganzkörper und nähere Aufnahmen. Gib deiner Braut am besten die Anweisungen, die für dich wichtig sind. Von selbst wird sie nicht wissen, wohin sie schauen soll. Es gibt ihr Sicherheit und es ist für dein Ergebnis maßgebend. Dann bitte ich meine Braut, sich mit dem Rücken zum Fenster zu drehen, damit ich 1-2 Bilder vom Schließen des Kleides machen kann.

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Zum Anziehen der Ohrringe oder des Schleiers drehe ich meine Braut ebenfalls wieder zum Licht. Du merkst schon… ich suche das Licht 😀 Aber das ist für mich sehr wichtig, da ich meine Braut auf den Bildern strahlen lassen möchte und ich denke, dafür sind wir als Fotografen verantwortlich. Ich gebe ihr immer Rückmeldung, ob alles gut aussieht und zeige ihr immer wieder Bilder aus dem Display. Zum einen bestärkt es sie, dass sie auf den Bildern hübsch aussieht und sie wird noch selbstbewusster sein. Zum anderen kann ich auch erfahren, wie sie sich auf den Bildern gefällt und direktes Feedback bekommen.

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Brautportraits

Nun hast du das Getting Ready fast schon erfolgreich absolviert. Du kannst stolz auf dich sein! Wir machen am Ende des Getting Ready ca. 10 Minuten nur Portraits von der Braut alleine. Denn ihr Makeup ist frisch, sie strahlt, hat noch nicht geweint und freut sich auf den Tag. Hierfür suche ich ein Zimmer mit einem großen Fenster aus oder gehe nach draussen. Achte darauf, dass direktes Licht (Fenster in deinem Rücken und direkt auf die Braut) immer klare, kontrastreiche Bilder erzeugt. Alles wird sehr klar abgebildet. Positionierst du die Braut dagegegen mit dem Fenster in ihrem Rücken, so wird das Bild eher weich, veträumt und etwas weniger kontrastreich. Hierfür eignen sich große, schöne Fenster sehr schön, um zum Beispiel die Silhouette deiner Braut im Brautkleid zu zeigen.

Überlege dir einfach, was zu deiner Braut am besten passt oder was zu deinem Stil passt. Für den Anfang kannst du sie vielleicht einfach auf einen schönen Stuhl oder Sessel setzen und ein paar Portraits schiessen. Achte dabei auf ihre Haltung. Ich finde es schön, wenn man etwas Kurve in den Oberkörper bringt. Du wirst aber selbst sehen, wie deine Braut am besten aussieht.

Hierbei geht es nicht um eine Masse an Bildern sondern einfach um 3-4 schöne Portraits deiner Braut. Im Prinzip arbeitest du hier genauso, wie wenn du später am Tag Portraits deiner Braut machen würdest. Ich finde es immer schön, wenn man die Umgebung – wenn es passt – einbindet. Oft hat die Braut sich einen Ort ausgesucht, der ihr sehr gut gefällt und deswegen versuche ich, den Charme der Location immer etwas einzubinden. Achte hierbei immer auf die Lichtqualität: Viel Licht heißt nicht immer gutes Licht und wenig Licht heisst nicht immer schlechtes Licht. Suche das Licht gezielt aus, um deine Braut in Szene zu setzen. Ich verwende bei Bildern draussen immer auch hier einen Reflektor, um die Augen aufzuhellen.

Ich wünsche dir riesigen Spaß dabei,

fühl dich geherzt!

Deine Hannah

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  • Liebe Hannah,
    du schreibst wirklich ganz großartig und ich finde es spitze, dass du Tips zum eigentlichen Posing gibst. Die bekommt man ja sonst eher selten 🙂 Vielen lieben Dank, dass du dein Wissen teilst!

    LG
    MelliReplyCancel

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