Lebendige Fotografie »

Beim Getting Ready der Braut geht es meiner Meinung nach um drei wichtige Dinge:

  • Detail & Macroaufnahmen
  • Bilder der Braut beim Zurechtmachen
  • Bilder der Braut beim Ankleiden & Brautportraits

Ich gebe meiner Braut immer im Vorfeld schon Infos, die das Getting Ready reibungsloser ablaufen lassen. Als Braut sollte man sich diese bes0ndere Zeit mit dem Fotografen gönnen, denn es können sehr schöne Bilder entstehen. Es ist gut, deiner Braut Tipps zur Bekleidung zu geben. Viele Bräute vergessen im ganzen Trubel, dass ein schöner Seidenmantel hübscher aussieht, als ein Trainingsanzug. Das ist völlig normal. Man hat als Braut ja auch andere Dinge zu tun. Planung ist aber das A & O, deswegen solltest du deiner Braut schon im Vorfeld dabei helfen, sich optimal vorbereiten zu können. Ideal wäre es auch, wenn die Details deiner Braut am besten bei deiner Ankunft an einem Platz bereit liegen. Denn dann kannst du dich erstmal in Ruhe darum kümmern und deine Braut muss nicht herumlaufen während sie ihr Make-up bekommt und ihre Details zusammensuchen. Super wäre es auch, wenn das Zimmer, in dem das Getting Ready stattfindet, aufgeräumt ist bevor du ankommst.

Die Details:

Details sind wichtig. Versuche beim Getting Ready ruhig auch die Details miteinander zu kombinieren. So z.B. die Schuhe als Untergrund auf den Schleier zu legen, die Ohrringe im Vordergrund und die Schuhe im Hintergrund zu
drapieren. Du darfst auch gerne kreativ sein und Vorder-, Mittel- und Hintergrund schaffen, um deinem Bild mehr Tiefe zu geben. Dies können z.B. die Schuhe, das Kleid oder die Braut im Hintergrund und der
Schmuck im Vordergrund sein, jede Konstellation ist denkbar. Sei einfach kreativ und probiere aus, was dir gefällt. Es ist immer gut, dabei den Regeln des Bildaufbaus zu folgen, damit du kein undefinierbares Durcheinander erhälst. Ein Paar einfache Richtlinien sind zum Beispiel der Goldene Schnitt, Führungslinien oder andere Regeln zur Bildaufteilung. Zu diesen Richtlinien der Bildkomposition kannst du mehr in einem zukünftigen How To lesen.  Um das Kleid aufzuhängen suche ich mir meist eine symmetrische Kulisse, die das Kleid einrahmt.

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Make it sparkle! – Setze die Details in Szene

Um glitzernde Oberflächen bei den Details herorzuheben benutze ich oft ein kleines Videolicht. Wichtig ist hierbei, wie du es einsetzt. Meine praktische Arbeit mit dem Videolicht und welches Licht welche Effekte erzielt, thematisiere ich auch auf meinem Workshop im Oktober. Den genauen Termin werde ich innerhalb der nächsten Woche hier auf meiner Homepage bekanntgeben :-).

Nimm dir für die Details am besten direkt am Anfang Zeit, während die Braut noch ihr Makeup bekommt. Dann kannst du rüberwechseln zur Braut und dem Kleid.

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Für diese Kette zum Beispiel habe ich den Hintergrund mit einer Lichterkette (Netz) ausgekleidet. Ich mag die Lichtreflexe sehr gerne. Es ist wirklich sehr einfach – es gibt so vieles, was du dafür benutzen kannst. Überlege einfach, was dir als Hintergrund gefallen würde. Jetzt kommt ein lustiger Trick, vorsicht, nicht lachen :D…Wenn ich mir nicht sicher bin ob mir ein Hintergrund gefallen würde, dann sehe ich ihn an und schiele ganz leicht, sodass er unscharf wird vor meinem Auge, damit ich ihn mir im Unschärfebereich vorstellen kann. So scanne ich meine Umgebung und sehe immer ziemlich schnell, was mir als Hintergund dient 😀 Die Technik ist sicher ziemlich unkonventionell aber bei mir klappt’s ganz wunderbar, haha..

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Das Ankleiden der Braut und ihr Make-Up

Wenn die Braut ihr Make-up hat, mache ich noch ein paar Fotos vom Make-up Artist in den letzten Zügen. Ebenso, falls die Frisur nach dem Make-up entsteht. Ich achte dabei aber immer darauf, dass meine Braut sich wohl fühlt. Ich selbst zum Beispiel würde mir auf Fotos eher weniger gefallen, wenn ich gerade auftoupierte Haare habe und außer Foundation nichts im Gesicht. Ich warte deswegen ab, bis die Braut soweit ist, dass zumindest der Großteil des Makeups aufgetragen ist. Im Zweifelsfalls kannst du deine Braut aber immer fragen, was ihr lieber ist. Hierfür bitte ich den Makeup-Artist am Fenster die letzten Züge des Make-ups vorzunehmen, die Haut der Braut strahlt dadurch einfach sehr schön und wirkt klar und eben. Unsere Braut Esther sitzt hier beispielsweise direkt vor einem großen Fenster, das Fenster siehst du links ebenfalls.

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Nun kommt das Ankleiden der Braut. Hierfür solltest du dir bestenfalls den größten Raum aussuchen, der am meisten Licht enthält. Ich lasse meine Braut zuerst in ihr Kleid steigen und gebe dann gezielte Anweisungen für meine Shots. Schön ist es, wenn die Brautmutter oder die Mädels der Braut auch schon ihre schönen Outfits dabei tragen, dann sieht alles noch etwas festlicher aus und alle fühlen sich wohl. Meist leite ich meine Braut an, ihr Gesicht zum Fenster zu drehen oder frontal zum Fenster zu stehen, wenn ich sie fotografiere. Meine Braut Nikoo (unten rechts) steht mit dem Gesicht zum Fenster gedreht, während ihre Trauzeugin das Kleid schliesst und ihr Make-up Artist Maria Johnson das Make-up fixiert.

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Währenddessen mache ich die ersten Shots der Braut von vorne. Ihr Kleid wird dabei gerade geschlossen. Ich achte darauf, verschiedene Ausschnitte zu fotografieren: Ganzkörper und nähere Aufnahmen. Gib deiner Braut am besten die Anweisungen, die für dich wichtig sind. Von selbst wird sie nicht wissen, wohin sie schauen soll. Es gibt ihr Sicherheit und es ist für dein Ergebnis maßgebend. Dann bitte ich meine Braut, sich mit dem Rücken zum Fenster zu drehen, damit ich 1-2 Bilder vom Schließen des Kleides machen kann.

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Zum Anziehen der Ohrringe oder des Schleiers drehe ich meine Braut ebenfalls wieder zum Licht. Du merkst schon… ich suche das Licht 😀 Aber das ist für mich sehr wichtig, da ich meine Braut auf den Bildern strahlen lassen möchte und ich denke, dafür sind wir als Fotografen verantwortlich. Ich gebe ihr immer Rückmeldung, ob alles gut aussieht und zeige ihr immer wieder Bilder aus dem Display. Zum einen bestärkt es sie, dass sie auf den Bildern hübsch aussieht und sie wird noch selbstbewusster sein. Zum anderen kann ich auch erfahren, wie sie sich auf den Bildern gefällt und direktes Feedback bekommen.

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Brautportraits

Nun hast du das Getting Ready fast schon erfolgreich absolviert. Du kannst stolz auf dich sein! Wir machen am Ende des Getting Ready ca. 10 Minuten nur Portraits von der Braut alleine. Denn ihr Makeup ist frisch, sie strahlt, hat noch nicht geweint und freut sich auf den Tag. Hierfür suche ich ein Zimmer mit einem großen Fenster aus oder gehe nach draussen. Achte darauf, dass direktes Licht (Fenster in deinem Rücken und direkt auf die Braut) immer klare, kontrastreiche Bilder erzeugt. Alles wird sehr klar abgebildet. Positionierst du die Braut dagegegen mit dem Fenster in ihrem Rücken, so wird das Bild eher weich, veträumt und etwas weniger kontrastreich. Hierfür eignen sich große, schöne Fenster sehr schön, um zum Beispiel die Silhouette deiner Braut im Brautkleid zu zeigen.

Überlege dir einfach, was zu deiner Braut am besten passt oder was zu deinem Stil passt. Für den Anfang kannst du sie vielleicht einfach auf einen schönen Stuhl oder Sessel setzen und ein paar Portraits schiessen. Achte dabei auf ihre Haltung. Ich finde es schön, wenn man etwas Kurve in den Oberkörper bringt. Du wirst aber selbst sehen, wie deine Braut am besten aussieht.

Hierbei geht es nicht um eine Masse an Bildern sondern einfach um 3-4 schöne Portraits deiner Braut. Im Prinzip arbeitest du hier genauso, wie wenn du später am Tag Portraits deiner Braut machen würdest. Ich finde es immer schön, wenn man die Umgebung – wenn es passt – einbindet. Oft hat die Braut sich einen Ort ausgesucht, der ihr sehr gut gefällt und deswegen versuche ich, den Charme der Location immer etwas einzubinden. Achte hierbei immer auf die Lichtqualität: Viel Licht heißt nicht immer gutes Licht und wenig Licht heisst nicht immer schlechtes Licht. Suche das Licht gezielt aus, um deine Braut in Szene zu setzen. Ich verwende bei Bildern draussen immer auch hier einen Reflektor, um die Augen aufzuhellen.

Ich wünsche dir riesigen Spaß dabei,

fühl dich geherzt!

Deine Hannah

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  • Liebe Hannah,
    du schreibst wirklich ganz großartig und ich finde es spitze, dass du Tips zum eigentlichen Posing gibst. Die bekommt man ja sonst eher selten 🙂 Vielen lieben Dank, dass du dein Wissen teilst!

    LG
    MelliReplyCancel

Hi ihr Lieben und herzlich willkommen zum ersten HOW TO. Da ich so oft Mails und Nachrichten von euch zu verschiedenen Themen bekomme, werde ich jetzt eine kleine HOW TO Serie starten. In dieser Serie werde ich euch hier auf meinem Blog erzählen, wie ich so in verschiedensten fotografischen Situationen vorgehe. Deswegen wird das auch ein längerer Beitrag. Ich entschuldige mich schon im Voraus dafür 😀 Es gibt nämlich einiges dazu zu erzählen.

Normalerweise ist es ja ein NO-GO, aber manchmal geht es nicht anders: Portraits in der Mittagssonne. Viele haben Angst davor oder denken, dass es absolut unmöglich sei, brauchbare Portraits am Mittag zu machen. Da viele von euch gefragt haben, erklär ich euch jetzt, wie ich vorgehe. Natürlich macht es jeder anders und ich kann auch nicht garantieren, dass mein Weg für alle funktioniert aber dennoch möchte ich ihn euch nicht vorenthalten. Ich übernehme auch keine Garantie, ich schreib es jetzt hier einfach mal so, wie es mache. Die Bilder von Mersini und Murat entstanden um 13 Uhr bei strahlender Mittagssonne, hier findet ihr nun die Anleitung dazu :-).

  • Achte darauf, dass die Sonne – wenn auch nur gerade so – im Rücken des Paares ist. Wenn die Sonne extrem im Zenit steht, kannst du durch ganz leichtes Vorbeugen der Oberkörper die Schlagschatten im Gesicht minimieren und die Sonne z.B. nur auf den Hinterkopf treffen lassen. Die Zeit in der die Sonne hier in unseren Breitengraden wirklich im Zenit (direkt über dir) steht dauert aber keine Ewigkeit, danach solltest du dein Paar recht leicht positionieren können. Durch die Rückensonne setzt du gewissermaßen ein Haarlicht und betonst die Umrisse deines Paares.

Goldene Regel sowohl für Abends als auch für Mittags: Das Paar steht immer zwischen dir und der Lichtquelle, also der Sonne.

  • Wenn der Bräutigam größer ist, kannst du ihn z.B. so positionieren, dass er der Braut Schatten spendet und so zumindest ihr Gesicht im Schatten liegt (Siehe Bild #1)
  • Direkte Sonne lässt bunte Farben strahlen, deswegen würde ich immer einen Hintergrund suchen, der farbenfroh ist und von der Sonne angestrahlt wird. Bunte Ballons, bunte Blumen oder ein blauer Himmel, all das wird farbenfroh strahlen. Super ist es, wenn deine Location Mittags z.B. keine freie Wiese ist sondern ein Park, der viele Gebäude hat und auch “Unterschlupf” bietet, mit dem du arbeiten kannst.
  • Du kannst dein Paar immer auch in den Schatten stellen, achte dabei bitte darauf, was sich in der Umgebung befindet. Satte grüne Bäume (die von oben von der Sonne angestrahlt werden) können auch die Hauttöne grün aussehen lassen, weil sie grünes Licht reflektieren, wenn ein Paar direkt darunter im Schatten steht. Ideal sind Gebäude und Boden mit neutralen Farben, sie fungieren als natürliche Reflektoren und erhalten die Hauttöne. Im Zweifelsfall heißt es aber: ausprobieren! Du wirst schnell selbst sehen, ob der Farbstich händelbar ist oder nicht.
  • Wenn du dein Paar in den Schatten stellst, achte bitte unbedingt auch auf den Hintergrund. Dieser sollte entweder ebenso im Schatten liegen oder aber zumindest (wenn er von der Sonne angestrahlt wird), nicht zu hell sein. Ansonsten wird dein Hintergrund wegen der extrem unterschiedlichen Helligkeit zu den Gesichtern deines Paares ausbrennen (viel zu hell sein). Das sieht nicht so schön aus.

Hier siehst du bei Bild Nr. 1, dass die Sonne leicht auf der rechten Seite steht. Murat positioniere ich also mit dem Rücken zu Sonne, damit der einen Schatten auf Mersinis Gesicht wirft. Mich persönlich stört es nicht, wenn die direkte Sonne an anderen stellen etwas durchkommt (z.B. auf ihrem Kleid) Solange die Haut ebenmäßig ist, bin ich happy. Die bunten Luftballons leuchten durch die Sonne und die Rosen im Hintergund strahlen ebenso.

Bei Bild Nr. 2 habe ich den Schatten zwischen zwei Säulen genutzt. Wie du siehst ist der Hintergrund von der Sonne erleuchtet. Murat spendet Mersini auch hier wieder Schatten. Solltest du mal partout nicht alle harten Schatten im Gesicht beseitigen können, kannst du natürlich immer einen SUN SWATTER benutzen und dir deinen Schatten dort machen, wo du ihn brauchst. Meistens brauche ich ihn aber nicht. Wenn ich einen Swatter benutze, achte ich aber ebenfalls darauf, dass der Hintergrund entweder im Schatten liegt oder wieder etwas dunklere Bildanteile enthält, damit er nicht einfach nur eine blanke weiße Fläche ist, die alles überstrahlt.

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Reflektieren!…

Mittags ist die Sonne sehr stark. Damit der Hintergrund nicht völlig ausbrennt und man dort nur noch eine große weiße Fläche sieht solltest du unbedingt einen guten Reflektor verwenden. Manche Fotografen benutzen Blitz, was prinzipiell das selbe ist: es geht darum die Helligkeiten in Einklang zu bringen. Da ich Blitz aber bei Paarfotos nur in Ausnahmefällen benutze, beschränke ich mich auf die Arbeit mit dem Reflekto. Ich benutze am liebsten die Zebra-Beschichtung. Sie ist nicht zu gelb aber auch nicht so kalt wie die silberne Seite. Sie besteht aus einer Mischung von goldenem und silbernem Beschichtungsmaterial. Da die Mittagssonne im Gegensatz zum Abend eher kühl ist, schadet es nicht, durch die goldenen Anteile etwas Wärme miteinzubringen. Neutrales Weiß ist aber auch sowieso immer passend. Dein Assistent kann nun AUS DER SONNE in den Schatten (in die Gesichter deines Paares) reflektieren. Wenn er im Schatten steht, wird er nicht genügend Licht reflektieren können, um gegen den grellen, hell beleuchteten, sonnigen Hintergrund anzukommen oder er muss so nah rangehen, dass er dir im Bild steht. Zumindest habe ich die Erfahrung so gemacht.

Wichtig ist also, dass du die hässlichen Schlagschatten der Mittagssonne beseitigen kannst aber dennoch durch Reflektieren eine Balance schaffst zwischen der Helligkeit deines Paares und dem Hintergrund.

Dieses Phänomen nennt man im weitesten Sinne: Dynamikumfang. Das bedeutet, du hast maximal helle (von der Sonne beleuchtete) Anteile im Bild und maximal dunkle Bildanteile, die im tiefen Schatten liegen, die man eigentlich nur schwer mit den selben Werten belichten kann.  Die Herausforderung ist, sie auf deinem Bild in Einklang zu bringen, sodass sowohl in den hellen als auch in den dunklen Bereichen noch genügend Details zu erkennen sind und sie noch gut beleuchtet sind. Aber mach dir keine Sorgen, das ist alles machbar!

Die direkte Sonne können wir mittags nicht gebrauchen, sie wirft hässliche Schatten und sieht unvorteilhaft aus. Wir müssen uns das vorhandene Sonnenlicht deswegen formen, indem wir es mit dem Reflektor aufnehmen und in der Richtung auf unser Paar lenken, in der es vorteilhaft aussieht. Also nicht von oben, sondern von der Seite! Deswegen steht mein Assistent immer an der Seite und reflektiert von dort aus. Dabei achtet er darauf, dass er den Reflektor über sich hält. Das hat zwei Gründe:

1. Weil ein mit direkter Sonne von unten gehaltener Reflektor extrem blendet, deinem Brautpaar möglicherweise die Augen anfangen zu tränen und das Make-Up unnötig Schaden nimmt oder dein Paar die Augen kaum aufhalten kann

2. Weil es von oben oder zumindest leicht über den Gesichtern in praller Sonne einfach vorteilhafter aussieht, die Wangenknochen hervorhebt und auch die Halspartie vorteilhaft darstellt. Wenn du direkt von unten reflektierst hast du immer sehr helle Augen (was sehr schön aussieht, wenn du die Augen betonen magst) aber auch eine sehr helle Hals- und Kinnpartie, was diesen Bereich hervorhebt und ihn größer erscheinen lässt. Einen direkt unter das Gesicht gehaltenen Reflektor benutze ich lieber im Schatten oder bei bewölktem Himmel. Wenn du es ganz genau nimmst, kann dein Assistent am besten ein weißes Tshirt tragen. Bei Close-Ups reflektiert es mit und wirft keine seltsamen Farbstiche auf die Haut des Paares.

Bei bewegten Posen sollte der Assistent mit dem Reflektor natürlich mitlaufen. Ich habe bei diesen Bildern immer wieder auch darauf geachtet, dass der Hintergund dunklere Bildanteile enthält, wie die Büsche, Säulen, Sträucher und bunte Blumen. Ich denke, dass es ansprechender und ausgewogener aussieht, als bloß eine helle, überstrahlte Fläche. Es hilft mir, die grelle Sonne gewissermaßen auszubalancieren. Auf dem Bild unten rechts habe ich Murat wieder so positioniert, dass sein Gesicht und auch Mersinis Gesicht im Schatten liegt.

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  • Einstellungen der Kamera: Ich gehe bei Portraits nie über f1.8 – eher f1.2 – f1.4. Die Schärfentiefe ist bei dieser Blendenwahl extrem gering, deswegen musst du sorgfältig sein beim Fokussieren. Ich suche mir also meine Blende aus – z.B. f1.4 und teste mit Reflektor die Belichtung auf dem Gesicht meines Paares. Wichtig ist dabei, dass ich eine Balance finden muss, die meinen Hintergrund nicht ausbrennen lässt und mein Paar dennoch ausreichend beleuchtet. Das ist eine Gefühls- bzw. Geschmackssache, finde ich. Ich taste mich mit der Verschlusszeit demnach so lange ran, bis ich die richtige Balance gefunden habe zwischen Helligkeit auf meinem Paar und dem Hintergrund. Meist komme ich auf ungefähre Werte von f1.4 und 1/1600 bis 1/2500 sek. bei ISO 100 (wenn die Sonne, wie auf den Bildern, im Rücken ist). Wenn du das Gefühl hast, dass dein Paar immer noch sehr dunkel ist während dein Hintergrund schon völlig überstrahlt ist, kannst du deinen Assistenten mit dem Reflektor näher kommen lassen, damit mehr Licht auf deinem Paar ankommt oder ändere deine Perspektive und suche einen Hintergrund, der dunkler ist. Dann solltest du auf alle Fälle eine schöne Balance finden.
  • Später im Lightroom kannst du den letzten Feinschliff durch einen aufhellenden Pinsel vornehmen, manchmal ist es aber auch garnicht mehr notwendig.

Ich freue mich, wenn dir meine Tipps ein wenig helfen konnten und du vielleicht etwas weniger Panik davor hast, wenn es mal wieder heißt: „Wir können die Fotos leider nur von 13-15 Uhr Mittags machen.“ 😉 Bis zum nächsten HOW TO.

 

Alles Liebe,

Deine Hannah

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  • Liebe Hannah,

    vielen, vielen Dank für dein erstes How-To.
    Das ist allerdings wirklich ein Thema, vor dem ich immer etwas zurückschrecke.

    Ich glaube, ich werde es demnächst mal ganz bewusst üben und versuchen, deine Tipps umzusetzen!

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    ClaudiaReplyCancel

    • admin

      Sehr cool, Übung nimmt einem tatsächlich die Angst davor 😉 Viel Spaß dabei <3ReplyCancel

…dann suche ich diese Momente. Ich warte darauf. Jedes Mal, wenn mich Menschen beauftragen ihr Leben in Bildern festzuhalten, dann bin ich auf der Hut. Nach diesen Momenten, die die Ewigkeit bestimmen. Diese Momente, die dein Herz bewegen. Die dir die Tränen in die Augen schießen lassen, weil jeder von uns damit ein eigenes Gefühl verbindet. In meinem Studium als Journalistin und Fotografin habe ich gelernt, dass ein gutes Bild z.B. nicht nur Opa X mit seiner Enkelin zeigt sondern ein übergeordnetes Gefühl ausdrückt, das auch außenstehende Personen berührt, die die beiden garnicht persönlich kennen. Seither bin ich auf der Jagd. Nach diesen Bildern, die Liebe zeigen. Verbundenheit. Echte Gefühle, die jeder von uns kennt. Ein bisschen mehr als einen Einzelfall sondern eine Botschaft, die uns alle miteinander verbindet. Dass wir die goldenen Momente unseres Lebens mit ganzem Herzen wahrnehmen sollten. Sie einatmen. Ein bisschen innehalten und sie fest im Herz verankern. Deswegen liebe ich es, als Fotojournalistin unterwegs zu sein. Weil der Stoff für neue Geschichten dir nie ausgeht, obwohl du doch immer wieder zur Basis zurückkommst. Zur Liebe zum Leben.SASE (1 von 1)

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Heute möchte ich euch die Hochzeit von Toby und Mandy in Hamburg zeigen. Toby und Mandy sind zwei verdammt coole Menschen. Mit ihrem Mops Elvis hatte ich sie schon von Anfang an nach unserem ersten Skype Gespräch ins Herz geschlossen. Mir war klar, dass ihr Hochzeitstag ein ganz besonderer Tag werden würde. DIY im Bauernhaus in Hamburg. Das haben die beiden wirklich toll geplant. Es war ein eher bewölkter und teilweise auch regnerischer Tag aber das tat der ganzen wunderbaren Stimmung überhaupt keinen Abbruch. Elvis saß brav mit in der Kirche als die beiden sich das Ja-Wort haben. Später, bei den Reden, brach er passend zu den klatschenden Gästen immer in freudiges Gebelle aus. Es war alles einfach ein bisschen anders. Individuell. Ganz wie Mandy und Toby eben. Auf eine besondere Art und Weise perfekt. Die Stimmung war super fröhlich. Und wir hatten riesigen Spaß mit den beiden und ihren Gästen. Ganz zu schweigen von unserer obercoolen Unterkunft im Herzen von Sankt Pauli. Sightseeing und Arbeit zu verbinden ist doch einfach klasse. Ein mega Wochenende.

Eure Hannah.

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Wenn Brautpaare  nach der Hochzeit wiederkommen und diesmal ihre Kinder mitbringen, ist das eines der größten Komplimente für mich. Und ich freue mich riesig, meist ein neues Familienmitglied kennenlernen zu dürfen. Diesmal war es Quentin, der kleine Charmeur. Sein Papa sagt, dass Quentin gerne flirtet und das stimmt tatsächlich. Wenn er schelmisch lächelt und kurz darauf die große Freude ausbricht, dann muss man einfach mitlachen. Vor allem sein Outfit war einfach super cool! Ich liebe Familienbilder, die echt sind. Ohne viel Posing und erst recht ohne Stillsitzen. Ich liebe Momentaufnahmen, die Freude transportieren und wahre Gefühle zeigen. Es ist einfach herrlich, wenn der kleine Quentin unbedingt Mamas Armreifen haben will und sein Gesicht sich langsam zu einer Schnute verzieht, als seine Mama Joanna versucht den Armreif wieder anzuziehen. Was er will, das will er eben 😀 Ihr werdet selbst lachen müssen, wenn ihr es seht. Die kleine Rasselbande hat mich wiedermal verzaubert. Und das liebe ich so an meinem Job, dass es eigentlich kein Job ist. Es fühlt sich jedenfalls nie wie “Arbeiten” an – denn man bekommt so viel Liebe, Freude und Spaß zurück, wenn man sich auf die Menschen einlässt. Das liebe ich! Denn Familie ist immer besonders. Nie gleich. Sie passt in kein Schema. Familie ist, was wir daraus machen.

 

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